MEIN WEG
Von der Tierpflege zur Huf- und Klauenpflege
Tiere begleiten mich schon mein gesamtes Berufsleben. Mein Weg in die Huf- und Klauenpflege war dabei nicht von Anfang an geplant – aber rückblickend hat mich vieles genau dorthin geführt, wo ich heute bin.

MOIN, ICH BIN JOSIE
Tiere begleiten mich schon mein ganzes Berufsleben.
Ich heiße Josefine Horn, aber die meisten nennen mich einfach Josie. Als ausgebildete Zootierpflegerin, Hufpflegerin (bmg) und staatlich geprüfte Klauenpflegerin bringe ich Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen der Tierpflege mit.
Schon während meiner Tätigkeit als Zootierpflegerin gehörte die Klauenpflege bei Schafen und Ziegen zu meiner Arbeit. Dabei habe ich gelernt, Tiere genau zu beobachten, ihre individuellen Bedürfnisse wahrzunehmen und auch in anspruchsvollen Situationen ruhig und konzentriert zu arbeiten.
Seit 2022 bin ich beruflich in der Huf- und Klauenpflege tätig und seit Ende 2023 selbstständig. Heute arbeite ich mit Pferden, Rindern, Schafen und Ziegen und verbinde dabei praktische Erfahrung, fundiertes Fachwissen und den Anspruch, jedes Tier individuell zu betrachten.
WIE ALLES BEGANN
Manchmal beginnt einer neuer Weg mit einem Problem, das gelöst werden muss.
2019 leitete ich einen Wildpark in Sachsen-Anhalt. Zu unseren Tieren gehörte auch eine kleine Herde Zwergzebus, deren Klauen dringend gepflegt werden mussten. Doch einen Klauenpfleger zu finden, der für die wenigen Tiere zu uns kommen wollte, war schwieriger als gedacht. Nach vielen Telefonaten fasste ich schließlich einen Entschluss: Wenn niemand zu uns kommt, möchte ich lernen, wie es geht.
Ich bekam die Möglichkeit, eine Zeit lang bei einem Klauenpfleger mitzufahren und mir die Arbeit zeigen zu lassen. Dabei merkte ich schnell, wie viel Freude mir die Klauenpflege machte. Zum ersten Mal entstand der Gedanke, beruflich ganz in diesen Bereich zu wechseln.
Doch der Weg dorthin war nicht geradlinig. Besonders die Reaktionen mancher Landwirte ließen mich damals zweifeln. Eine Frau in der Klauenpflege konnten sich viele schlicht nicht vorstellen. Also blieb ich zunächst in der Tierpflege, arbeitete später unter anderem in einer Tierklinik und probierte mich beruflich in anderen Bereichen aus.
Der Gedanke an die Klauenpflege verschwand trotzdem nie.
Als ich Ende 2022 zurück nach Bremen zog, wagte ich einen neuen Anlauf und begann bei einem Klauenpfleger zu arbeiten. Da die Stelle nur drei Tage pro Woche umfasste, suchte ich zusätzlich einen zweiten Job. Zufällig entdeckte ich die Anzeige eines Hufschmieds, der Unterstützung suchte – und bewarb mich.
Beide Tätigkeiten machten mir vom ersten Moment an große Freude. Und weil für mich irgendwann feststand: ganz oder gar nicht, entschied ich mich, mich sowohl in der Hufpflege als auch in der Klauenpflege ausbilden zu lassen – parallel.
GEMEINSAM UND DOCH EIGENSTÄDIG
Aus zwei beruflichen Wegen wurde ein gemeinsamer Lebenstraum
Während meiner Ausbildung zur staatlich geprüften Klauenpflegerin lernte ich im November 2023 Hendrik kennen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir beide bereits unabhängig voneinander unsere eigenen Unternehmen gegründet und gingen beruflich unseren eigenen Weg.
Von Anfang an war uns wichtig, selbstständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Gleichzeitig unterstützten wir uns bei größeren Klauenpflegeaufträgen – schon bevor aus uns ein Paar wurde. 2024 absolvierten wir beide erfolgreich die Prüfung zum staatlich geprüften Klauenpfleger.
Im Oktober 2025 haben wir geheiratet und Anfang 2026 konnten wir uns einen großen Traum erfüllen: unseren eigenen Resthof in Osterscheps. Seit Mai 2026 finden dort unsere Workshops statt. In Zukunft möchten wir unser Workshopangebot weiter ausbauen und, wenn es sich anbietet, auch Veranstaltungen an anderen Standorten ermöglichen.
WISSEN WEITERGEBEN
Neben unserer praktischen Arbeit geben wir unser Wissen auch in der Aus- und Weiterbildung weiter. Hendrik und ich sind als Ausbilder im Bereich Klauenpflege am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem tätig. Zusätzlich unterrichte ich im Bereich Hufpflege für das Lehrinstitut Zanger.
